Mea Fortuna


HIMMELHOCH JAUCHZEND UND ZU TODE BETRÜBT -
Stimmungen im April oder was hat Ostern mit Ying und Yang zu tun?

Wer kennt es nicht, wir stehen Sonntags auf, sehen aus dem Fenster und freuen uns - blauer Himmel, die Sonne lacht - heute wird ein wunderschöner Tag! Der Sprung aus dem Bett, rein in Sachen und Schuhe und die Treppe hinunter dauern keine 5 Minuten. Man will seine Lieben mit frischen Brötchen überraschen, aber schon der erste Schritt vor die Haustür verhagelt einem im wahrsten Sinne des Wortes die Stimmung. Regen und Graupel haben den eben noch strahlenden Himmel abgelöst und uns wird klar ... April, April.

Selten im Jahr ist unser Stimmungsbarometer so anfällig wie in diesen ersten Frühlingstagen. Eben gerade noch Lust, den ganzen Garten umzugraben und im selben Moment eingeholt von der Lethargie der vergangen Wintermonate. Sofern wir dieser Zeit bereits entwachsen sind, fühlen wir uns ein bisschen zurückversetzt in unsere Zeit als Teenager. Denn auch hier sind Stimmungsumbrüche ja an der Tagesordnung und für jedes andere Lebewesen im Umkreis von 50m kaum zu übersehen geschweige denn zu ertragen.

In einschlägiger Literatur kann man nachlesen, dass Stimmung ,,angenehmes" oder ,,unangenehmes" Fühlen bedeutet. So unterscheiden wir u. a. Freude und Optimismus, Melancholie und Bedrohung und zu dieser Zeit fallen wir, wenn wir nicht aufpassen, praktisch permanent von der einen in die andere.

Wen wundert´s - nicht nur das Wetter macht uns dieses ewige ,,rein in die Kartoffeln und wieder raus" vor. Mal lockt uns die Natur mit ersten Frühlingsblühern und grünen Spitzen, um im nächsten Augenblick die neue Pracht unter einer - wenn auch meist dünnen - Schneedecke wieder verschwinden zu lassen.

Auch die gesellschaftlich vorgeschriebenen ,,Stimmungen" sind in ihrer Bandbereite selten so üppig. Ein Beispiel für gesellschaftlichen Stimmungsschwankungen ist das Ende der Fastenzeit, die ja in diese ,,Zeit der April-Stimmung" fällt. In unserem letzten Tipp (Siehe Archiv) haben wir uns diesem Thema ausführlicher gewidmet. Wer wirklich gefastet hat, schwankt nun zwischen dem Hochgefühl es geschafft zu haben und den Nachwirkungen der mit dem Fasten verbundenen Anstrengungen.

Auch die christliche Osterzeit hierzulande und weltweit ist geradezu ausnahmslos geprägt von unterschiedlichen Stimmungen. Beginnend mit Palmsonntag an dem traditionell eher freudige Stimmung herrscht, da Jesus´ Einzug in Jerusalem gefeiert wird. Im Anschluss dann die Karwoche (Kar = Trauer/Entbehrungen), die herkömmlich einen eher melancholischen und andächtigen Charakter hat. Diese wird wiederum unterbrochen von dem doch eher friedvoll-freudigem Gedenken an das letzte Abendmahl der Jünger Jesu gemeinsam mit ihrem Herrn. Schlussendlich die Kreuzigung, Tod und Auferstehung - Stimmungen die gegensätzlicher nicht sein können.

Auch aus anderen Regionen der Welt mit anderen Religionen oder Lebensansichten kennt man Zeiten solcher Stimmungswechsel. In Indien, Indonesien und anderen umliegenden Staaten werden (neben unterschiedlichsten Weltreligionen) die alten Traditionen der vedischen Lehre gepflegt. Demnach besteht jedes Lebewesen aus 3 Doshas. Jedes Dosha (Vata=Feinfühligkeit und Veränderung, Pitta =Ängste und Umsetzung, Kapha=Verhaften an Vergangenem und Ausdauer) drückt nicht nur eine besondere physische Eigenschaft aus, sondern steht auch für eine bestimmte Stimmung bzw. Verhaltensweise. Jeder Mensch hat sein persönliches und einzigartiges Tridosha-Verhältnis und sein Bestreben soll sich danach ausrichten, möglichst ein ausgewogenes Dosha zu haben und damit einen positive Stimmung. Gelingt dies nicht, leidet er unter negativer (unangenehmer) Stimmung.

Auch in der chinesischen Kultur kennt man das Ungleichgewicht zwischen Ying und Yang. Während Ying für Kälte, Ruhe, Wasser, weiß und weiblich steht, steht die andere Ausprägung des gleichen Sachverhaltes oder Zustandes für Hitze, Aktivität, Trockenheit, schwarz und männlich. Jedes Ying hat einen Teil Yang in sich und jedes Yang einen Ying-Anteil. Wichtig ist, dass beide Teile in dem betreffenden System ausgewogen sind.

Ist nicht auch der erwachende Frühling ein Zeichen von ,,Ausgleich" zweier Seiten der gleichen Sache, in dem sich nach dem langen Winter, in dem alles erstarrt war, das Leben nun wieder Bahn bricht? Steht nicht auch gerade die Osterzeit für Neubeginn, weil auch hier ein Opfer gebracht werden musste, um dem Neuen einen Weg zu ebnen? Und ist nicht in beiden Fällen der Weg - wie in den alten asiatischen Lehren beschrieben - ein beschwerlicher Weg, der von ständiger Korrektur geprägt ist zum Erreichen der gewünschten Balance?

Lassen Sie ihre Stimmungsschwankungen zu und nutzen Sie diese Energien, alte Dinge neu zu ordnen und neue Dinge anzugehen.

Falls Sie hierfür Hilfe und Unterstützung benötigen, stehen Ihnen unsere Mea-Fortuna-Berater gerne zur Verfügung.
09003 – 120240-90*.

Ihr Mea-Fortuna-Team

(*1,99€/Min a. d. dt. Festnetz)




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