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Der Jahreswechsel - Historie und Bräuche hier und anderswo

ein Glück, die Weihnachtszeit mit dem vielen Essen und den Geschenken ist nun fast überstanden, aber schon wartet die nächste Herausforderung auf uns.

Der Jahreswechsel oder auch Silvester genannt

Woher rührt eigentlich die Bezeichnung? In einschlägiger Literatur findet man folgenden Erklärung: Die Bezeichnung Silvester als Beschreibung des Jahreswechsels geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals wurde durch die Gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335). In einigen Gegenden wird dieser Tag auch das Altjahr oder Alte Jahr genannt analog dem 01. Januar, der fast überall als Neujahr bezeichnet wird.

Andere Länder – andere Sitten!

Im Orient oder in den Ländern Süd- und Ostasiens erstreckt sich der Jahreswechsel oft über mehrere Tage und wird nicht nur in der Nacht vom 31.12. auf den 01.01. gefeiert. In vielen Ländern weicht auch das Datum des Neujahrsfestes von dem unseren ab. Insbesondere bei traditioneller, meist religiös geprägter Kalenderrechnung bei der auch das sog. Mondjahr Einfluß nimmt, so dass nicht einmal der Tag feststeht sondern sich mit dem Kalenderlauf verschiebt. Orthodoxe feiern den Jahreswechsel am Dreikönigsfest (6.Januar). In Arabien dauert das Jahr 354-355 Tage, also etwa 11 Tage zu kurz. Juden und Chinesen gleichen dies alle 3 Jahre mit einem 13. Monat aus (Schaltjahr zu 385 Tagen). Selbst in Deutschland sind wir uns nicht ganz einig. Wir feiern zwar den Jahreswechsel am 31.12., das neue kirchliche Kalenderjahr hat aber bereits am 1. Adventssonntag begonnen.

Aber das Neujahrsfest wird nicht nur zu sehr unterschiedlichen Terminen gefeiert, auch die Bräuche und Rituale sind von Land zu Land teilweise auch in den einzelnen Regionen der Länder sehr unterschiedlich.

Neben kirchlichen Jahresschlussfeiern finden private Feiern und Partys immer mehr Anklang. Sie werden häufig begleitet von z. T. althergebrachten aber auch zahlreichen neuen Bräuchen. Das Vertreiben der Bösen Geister durch Musik, Krach und lautes Gejohle ist fast so alt wie die Menschheit. Etwas später kam dann z. B. das Bleigießen hinzu, mit dem unsere Vorfahrenin die Zukunft schauen (orakeln) wollten. Und dann kamen die Mitternachtsgottesdienste hinzu, bei denen sich die Menschen den Segen ihres Gottes für das kommende Jahr holten. Irgendwann wurden Krach und Geschrei durch Feuerwerk und Böller ersetzt. Der gemütliche Familienteil besteht nun meist nur noch aus einem gemeinsamen Abendessen und dem obligatorischen „Dinner for one“, bevor dann alle Familienmitglieder zu ihren speziellen Partys eilen.

In manchen Gegenden Schleswig-Holsteins wird das Familienleben noch recht groß geschrieben, wenn nämlich alle gemeinsam Rummelpott laufen. Es werden dazu überlieferte plattdeutsche Rummelpottlieder vor den Haustüren der Nachbarschaft gesungen. Für die Kleinen werden damit Süßigkeiten und für die Großen „härtere“ Sachen (Sauerer, Rum etc.) erbettelt. Wer es ganz traditionell machen will besorgt oder bastelt sich dazu das entsprechende Instrument, den Rummelpott oder anderswo auch Brummtopf genannt. Nicht selten kann es passieren, dass sowohl den Kleinen und auch den Großen ein wenig übel ist vom vielen „Naschen“, aber der Spaß war es in jedem Fall wert.

Mancher Orts werden seit einigen Jahren Böller durch Kerzen ersetzt. Das „gesparte Geld“ wird an Hilfsorganisationen überwiesen. Gleiches sollen vieler Orts die Silvesterläufe erreichen.

Wer eine eigene Party ausrichten möchte, sollte neben Raclette oder Fondue auf keinen Fall die frischen Berliner(anderswo auch Pfannkuchen genannt) vergessen. Der eine oder andere darf statt mit Marmelade oder Pflaumenmus schon mit Senf gefüllt sein. Und natürlich der Silvester-Punsch ist ein beliebtes Getränk, vor allem wenn man lange Zeit draußen verbringt, um auf das Feuerwerk zu warten. Übrigens können Sie sich die 2007-Jahreshoroskope Ihrer Silvestergäste einfach bei Mea Fortuna downloaden und als Tischkarten bereit legen.

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